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Wenn ein Neustart zum Lebensweg wird - Eine Erfolgsgeschichte, die Mut macht

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Als Michael Schulte-Nover 1988 seine Umschulung im Berufsförderungswerk Oberhausen begann, ahnte er wohl kaum, dass er den neu erlernten Beruf bis kurz vor seinem Renteneintritt ausüben würde. Heute, fast 40 Jahre später, blickt der 63-Jährige aus Haltern am See auf eine beeindruckende Laufbahn als Ver- und Entsorger – heute „Umwelttechnologe“ genannt – zurück.

Ursprünglich war Schulte-Nover als Straßenbauer im Tiefbau tätig. Doch nach einer Bandscheibenoperation im Alter von 25 Jahren konnte er diesen körperlich anspruchsvollen Beruf nicht mehr ausüben. Über das Arbeitsamt führte ihn der Weg ins BFW Oberhausen, wo ihm die Umschulung zum Ver- und Entsorger vorgeschlagen wurde. Da er bereits erste Erfahrungen an einer Kläranlage gesammelt hatte, konnte er sich gut vorstellen, in diesem Bereich zu arbeiten.

Im BFW Oberhausen absolvierte er zunächst einen Vorkurs und anschließend die zweijährige Umschulung, inklusive eines sechsmonatigen Praktikums beim Lippeverband in seiner Heimat Haltern am See. Besonders positiv erinnert er sich an die umfassende Betreuung durch die Begleitenden Dienste des BFW: „Im BFW war man nie allein. Die Ausbilder und Betreuer hatten immer ein offenes Ohr – egal, ob es um fachliche Fragen oder um persönliche Themen ging. Das hat mir unheimlich geholfen, dranzubleiben.“

Mit großem Ehrgeiz und Zielstrebigkeit erreichte er seinen Abschluss und startete motiviert in das neue Berufsleben. „Die Ausbildung im BFW war sehr praxisnah. Wir haben nicht nur gelernt, wie Anlagen funktionieren, sondern auch, Verantwortung zu übernehmen. Ich war top vorbereitet, als ich angefangen habe zu arbeiten.“

Zunächst arbeitete Schulte-Nover zwei Jahre beim Bergisch-Rheinischen Wasserverband, wo er die neueste Technik kennenlernte. 1992 wechselte er schließlich zum Lippeverband – dorthin, wo alles begann. Bis heute ist er dort an der Kläranlage Dülmen tätig. Zusammen mit seinem zehnköpfigen Team betreut er vier Kläranlagen und zwei Pumpwerke. Besonders stolz ist er auf die Anlage in Dülmen mit ihren vier Reinigungsstufen – eine mehr als üblich – die für besonders sauberes Wasser sorgt.

„Mein Beruf ist unglaublich vielseitig. Jeder Tag bringt neue Aufgaben – mal geht es um Technik, mal um Umwelt, mal um Menschen. Genau diese Abwechslung macht mir bis heute Freude.“

Schulte-Nover schätzt an seiner Arbeit vor allem den Beitrag zum Gemeinwohl: „Ich tue etwas Sinnvolles – und das motiviert mich jeden Tag. Wenn ich Schulklassen durch die Anlage führe und sehe, wie interessiert die Kinder sind, weiß ich, dass sich mein Weg gelohnt hat.“

Im kommenden Jahr geht Michael Schulte-Nover in den wohlverdienten Ruhestand. Dann liegen über 35 Jahre in einem Beruf hinter ihm, den er einst im BFW Oberhausen erlernt hat – ein eindrucksvolles Beispiel dafür, wie eine Umschulung neue Perspektiven eröffnet und ein ganzes Berufsleben prägen kann.